Kundenspezifische TFT-LCD-Module

Können TFT-LCD-Displays unter Einbrenneffekten leiden? Wie entsteht dieser Effekt? Wie lässt er sich verhindern?

Kernschlussfolgerung: “Bildschatten” gibt es, “Einbrennen” jedoch nicht”

TFT-LCD-Displays nicht unter einem dauerhaften, irreversiblen Einbrennen leiden, wie es bei OLEDs der Fall ist. Allerdings können sie ein ähnliches – und in der Regel reversibel – ein Phänomen, das als Bildspeicherung (oder “Ghosting”).

Kurz gesagt, OLED “Einbrennen” ist eine dauerhafte physikalische Beschädigung der Pixel, während es sich bei der “Bildhaftung” bei TFT-LCDs eher um einen vorübergehenden “Gedächtnis”-Effekt der Flüssigkristallmoleküle handelt, der in den meisten Fällen wieder verschwindet.

Benutzerdefiniertes Anzeigemodul

Wie es geschieht: “Ermüdung” der Flüssigkristallmoleküle und Ladungsrückstände

Die eigentliche Ursache für das Einbrennen von Bildern bei TFT-LCDs liegt in den Eigenschaften des Flüssigkristallmaterials und dessen Ansteuerungsmethode:

  • Polarisation und Ionenadsorption: Flüssigkristallmoleküle sind polar und müssen durch Wechselstrom (AC). In der Praxis ist jedoch kein Wechselstrom vollkommen symmetrisch. Die winzige Unsymmetrie führt zu freie Ionen innerhalb der Flüssigkristallschicht wandern und sich auf den Elektroden ansammeln.
  • Entstehung eines eingebauten elektrischen Feldes: Diese angesammelten Ionen erzeugen ein integriertes elektrisches Feld, was der Anlegung einer zusätzlichen Gleichstrom-Vorspannung an die Flüssigkristallmoleküle entspricht.
  • “Memory”-Effekt: Wenn sich das Bild ändert, verhindert dieses integrierte Feld, dass ein Teil der Flüssigkristallmoleküle in ihren Normalzustand zurückkehrt, sodass sie sich ihren vorherigen Ausrichtungswinkel “merken”. Infolgedessen bleibt ein schwacher Umriss des vorherigen Bildes auf dem Bildschirm zurück.

Zudem verstärkt die längere Anzeige kontrastreicher statischer Bilder (z. B. eines schwarz-weißen Schachbretts) diese Ionenadsorption und die ungleichmäßige Molekülanordnung, wodurch die Retention deutlicher sichtbar wird. Hohe Umgebungstemperaturen können zudem die Alterung des Flüssigkristallmaterials beschleunigen und das Risiko erhöhen.

Vorbeugung: Vermeiden Sie eine längere statische Darstellung

Obwohl Bildschatten bei TFT-LCD-Bildschirmen meist wieder verschwinden, lassen sich sie durch richtige Nutzungsgewohnheiten wirksam verhindern:

  1. Vermeiden Sie es, statische Bilder über längere Zeiträume anzuzeigen – Das ist der wichtigste Punkt. Versuchen Sie, dass dasselbe Standbild (z. B. Desktop-Symbole, Navigationsleisten, Dashboard-Oberflächen) nicht länger als 20 Minuten bis 2 Stunden.
  2. Bildschirmschoner oder automatische Abschaltung aktivieren – Richten Sie einen Bildschirmschoner ein, der das Bild in regelmäßigen Abständen wechselt, oder verwenden Sie einen Timer, um Die Hintergrundbeleuchtung ausschalten oder den Bildschirm in den Ruhemodus versetzen wenn niemand es benutzt.
  3. Stellen Sie die Bildschirmhelligkeit angemessen ein – Vermeiden Sie es, das Gerät über längere Zeiträume mit der maximalen Helligkeit von 100% zu betreiben. Bei der Nutzung in Innenräumen sollten Sie die Helligkeit auf 60%–80% trägt dazu bei, die “Ermüdung” der Flüssigkristalle zu verringern.
  4. Dynamische Inhalte verwenden – Lassen Sie den Bildschirm nach Möglichkeit Inhalte anzeigen, die leichte Bewegungen oder regelmäßige Veränderungen enthalten, indem Sie beispielsweise UI-Elemente von Zeit zu Zeit um einige Pixel verschieben.

Was tun, wenn bereits Bildrückstände aufgetreten sind?

Falls Sie bereits ein Einbrennbild feststellen, können Sie die folgenden Methoden ausprobieren – in der Regel lässt sich das Problem beheben:

  • Schalten Sie das Gerät aus und lassen Sie es ruhen – Die Stromversorgung des Bildschirms vollständig unterbrechen für mehrere Stunden oder sogar 48 Stunden. Dadurch kann sich die angesammelte Ladung ableiten und die Flüssigkristallmoleküle können sich wieder in ihren Ausgangszustand zurückbilden.
  • Ein sich bewegendes weißes Muster anzeigen – Lassen Sie einige Stunden lang ein komplett weißes Bild über den Bildschirm laufen (Sie können dabei sogar die Hintergrundbeleuchtung ausschalten), um das Nachbild zu “auswaschen”.
  • Reparatursoftware verwenden – Sie können verschiedene Online-Tools zur Beseitigung von Einbrennungen oder Videos ausprobieren, die schnell wechselnde Farben und Muster verwenden, um die Einbrennungen zu beseitigen.

Eines sollte man dabei beachten: Sobald ein Bildeinfang aufgetreten ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er in Zukunft erneut auftritt; daher sind vorbeugende Maßnahmen danach umso wichtiger.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Einbrennrisiko bei TFT-LCDs weitaus geringer ist als bei OLEDs, sodass Sie sich keine allzu großen Sorgen machen müssen. Solange Sie vermeiden, dass dasselbe Standbild zu lange auf dem Bildschirm angezeigt wird, dürfte dies kaum zu Problemen führen.

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