Einführung
Flüssigkristallanzeigen (LCD-Module) gehören zu den am weitesten verbreiteten Anzeigetechnologien der heutigen Welt. Vom Smartphone in Ihrer Hosentasche über den Fernseher in Ihrem Wohnzimmer bis hin zu industriellen Bedienfeldern, medizinischen Monitoren, Armaturenbrettern in Fahrzeugen und Smart-Home-Geräten, LCD-Module sind allgegenwärtig. Im Jahr 2025 belief sich der weltweite Markt für LCD-Module auf etwa US$176 Milliarden, wobei die Prognosen bis US$267 Milliarden bis 2032 bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 6,21 TP3T.
Doch bei der großen Auswahl an LCD-Modultypen – TN, STN, FSTN, TFT, IPS, VA – wie finden Sie heraus, welcher für Ihre Anwendung der richtige ist? Dieser umfassende Leitfaden führt Sie durch alle wichtigen LCD-Modultypen, erläutert deren jeweilige Vor- und Nachteile sowie die idealen Anwendungsfälle und hilft Ihnen so, eine fundierte Auswahl zu treffen.
1. Was ist ein LCD-Modul? Grundbegriffe und Aufbau
Eine LCD-Modul (LCM) ist eine Display-Baugruppe auf Komponentenebene, die ein Flüssigkristall-Display mit zugehörigen Komponenten wie einer LED-Hintergrundbeleuchtung, Treiber-ICs, einer Leiterplatte (PCB) und einem Metallrahmen vereint. Im Gegensatz zu kompletten Monitoren oder Fernsehern enthalten LCD-Module kein Gehäuse und müssen in ein größeres Gerät oder System eingebaut werden.

LCDs gehören zur Klasse der nicht-emissive Displaytechnologien—sie erzeugen kein eigenes Licht. Stattdessen steuern sie die Durchlässigkeit oder Reflexion einer externen Lichtquelle. Ein typisches LCD besteht aus zwei Schichten aus polarisierendem Material, zwischen denen sich eine Flüssigkristalllösung befindet. Wenn elektrischer Strom durch die Flüssigkeit fließt, richten sich die Kristalle so aus, dass sie das Licht entweder durchlassen oder blockieren – jeder Kristall wirkt dabei wie ein mikroskopisch kleiner Verschluss.
Zu den Kernkomponenten eines LCD-Moduls gehören:
- LCD-Bildschirm – das Glassubstrat, das Flüssigkristallmaterial enthält
- Backlight-Einheit – sorgt für Beleuchtung (in der Regel auf LED-Basis)
- Treiber-ICs – Steuerung der Pixelaktivierung
- Steuerschaltung – steuert die Dateneingabe und den Zeitablauf
- Metallrahmen – bietet strukturelle Unterstützung und Schutz
2. Klassifizierung nach Anzeigeinhalt: Drei grundlegende Typen
2.1 Segment-LCD-Module
Definition: Segment-LCD-Module bestehen aus segmentierten Flüssigkristallanzeigen, die mit speziellen Treiber-ICs bestückt sind. Sie können nur vordefinierte Symbole, Zahlen und Piktogramme anzeigen.
Typische Anwendungsbereiche: Digitaluhren, Taschenrechner, kleine tragbare Geräte, Thermostate und Fernbedienungen.
Vorteile:
- Äußerst einfache Struktur
- Die niedrigsten Kosten unter allen LCD-Typen
- Extrem geringer Stromverbrauch – ideal für batteriebetriebene Geräte
2.2 Zeichen-LCD-Module
Definition: Zeichen-LCD-Module kombinieren Zeilen-/Spalten-Treiber mit Dot-Matrix-Zeichen-LCD-Panels. Sie verfügen über einen integrierten Zeichengenerator (CGROM), der in der Regel 192 vorinstallierte Zeichenmuster enthält.
Anzeigefunktionen: Kann alphanumerische Zeichen und eine begrenzte Anzahl von Symbolen anzeigen, typischerweise in Formaten wie 16×2 oder 20×4 Zeichen.
Typische Anwendungsbereiche: Embedded-Systeme, IoT-Geräte, Smart-Home-Bedienfelder und Industrieanlagen.
Vorteile:
- Große Anzeigekapazität bei kompakter Bauweise
- Einfache Entwicklung und Integration
- Günstig
2.3 Grafische Dot-Matrix-LCD-Module
Definition: Grafische Punktmatrix-LCD-Module verfügen über kontinuierlich angeordnete Pixel ohne Lücken zwischen den Zeilen und Spalten, wodurch die Darstellung zusammenhängender und vollständiger Grafiken ermöglicht wird.
Anzeigefunktionen: Kann Grafiken, Bilder, Animationen sowie Zeichen anzeigen.
Typische Anwendungsbereiche: Industrielle Steuerungssysteme, Mess- und Regeltechnik, Fahrzeuginformationsanzeigen und HMI-Bedienfelder (Human-Machine Interface).
Vorteile:
- Hohe Klarheit und Auflösung
- Flexible Anzeigeinhalte
- Größtes Anwendungsspektrum
3. Klassifizierung nach LCD-Technologie: Die sechs wichtigsten Typen im Überblick
Die Art der LCD-Technologie bestimmt das Erscheinungsbild des Displays – sie legt das Aussehen der Zeichen, die Hintergrundfarbe sowie den Kontrast zwischen Zeichen und Hintergrund fest.
3.1 TN (Twisted Nematic) – Die kostengünstigste Basislösung
Technologieübersicht: TN ist die grundlegendste LCD-Displaytechnologie, bei der die Flüssigkristallmoleküle zwischen zwei Glassubstraten um etwa 90 Grad verdreht sind. Wird Spannung angelegt, entdrehen sich die Moleküle und blockieren oder modulieren das Licht, um Bilder zu erzeugen.
Anzeigeeigenschaften: Schwarze Zeichen auf grauem oder gelbgrünem Hintergrund.
Betrachtungswinkel: Etwa 30–50 Grad.
Vorteile:
- Niedrigste Herstellungskosten unter allen LCD-Typen
- Ausgereifte Technologie mit hoher Produktionsausbeute und breiter Verfügbarkeit
- Schnelle Reaktionszeit – geeignet für Spiele und Anwendungen mit vielen Bewegungen
- Geringer Stromverbrauch, ideal für batteriebetriebene Geräte
Benachteiligungen:
- Sehr enger Betrachtungswinkel – bei Betrachtung außerhalb der Achse kommt es zu spürbaren Farb- und Kontrastveränderungen
- Mangelhafte Farbwiedergabe und begrenzte Farbtiefe
- Geringeres Kontrastverhältnis im Vergleich zu STN- und VA-Panels
Typische Anwendungsbereiche: Quarzuhren, Taschenrechner, Segmentanzeigen und preisgünstige Konsumgüter.
3.2 STN (Super Twisted Nematic) – Das Standard-Display in Industriequalität
Technologieübersicht: STN ist eine weiterentwickelte Version von TN, bei der die Flüssigkristallmoleküle um einen größeren Winkel – typischerweise 180 bis 270 Grad – verdreht sind. Diese stärkere Verdrehung verleiht dem Kristall eine deutlich steilere Spannungs-Helligkeits-Kennlinie und erweitert den Betrachtungswinkel.
Anzeigeeigenschaften: Gelbgrüner Hintergrund mit dunkelblauen Pixeln; grauer Hintergrund mit dunkelgrauen Pixeln; außerdem ist die Farbe Blau verfügbar.
Betrachtungswinkel: Etwa 150 Grad.
Vorteile:
- Deutlich größerer Betrachtungswinkel als bei TN-Displays
- Unterstützt eine höhere Multiplexierung – geeignet für Punktmatrix-Anzeigen mit mehr Segmenten oder Pixeln
- Geringerer Stromverbrauch als bei TFT-LCDs
- Bessere Lesbarkeit bei Sonnenlicht als bei TFT-LCDs
- Breiter Betriebstemperaturbereich – ideal für industrielle Anwendungen
- Günstiger als TFT-LCDs
Benachteiligungen:
- Längere Reaktionszeit im Vergleich zu TN
- Im Vergleich zu TFT eingeschränkte Betrachtungswinkel
- Schlechte Farbwiedergabe – in der Regel monochrom oder mit begrenzter Farbpalette (gelb-grün, blau-weiß)
- Geringere Auflösung und Helligkeit im Vergleich zu TFT
Typische Anwendungsbereiche: Industriemessgeräte, POS-Terminals, medizinische Geräte und Smart-Home-Geräte.
3.3 FSTN (Film Compensated Super Twisted Nematic) – Verbesserte Monochrom-Qualität
Technologieübersicht: FSTN baut auf der STN-Technologie auf und fügt eine Kompensationsfolie hinzu, um Farbverschiebungen zu reduzieren. Dadurch werden ein hervorragender Kontrast und eine echte Schwarz-Weiß-Darstellung erzielt.
Anzeigeeigenschaften: Schwarze Zeichen auf reinem weißen Hintergrund mit minimalem Farbstich.
Vorteile:
- Höchster Kontrast unter den monochromen LCD-Technologien
- Echtes Schwarz-Weiß-Display mit geringerer Farbstichigkeit als STN
- Guter Betrachtungswinkel, insbesondere bei Anwendungen mit hoher Multiplexierung
- Transflektive Ausführungen für gute Lesbarkeit bei Sonnenlicht erhältlich
Benachteiligungen:
- Langsamere Reaktionsgeschwindigkeit
- Höhere Kosten als bei STN
Typische Anwendungsbereiche: Hochwertige Messgeräte und Industrieanlagen, die eine hervorragende Ablesbarkeit erfordern.
3.4 TFT (Dünnschichttransistor) – Der Standard für Vollfarbdarstellung und hohe Leistung
Technologieübersicht: Die TFT-Technologie steuert jedes Pixel eines LCD-Bildschirms über einen eigenen Transistor und ermöglicht so schnelle Bildwiederholraten, zuverlässige Leistung und präzise Farbwiedergabe. Dies ist eine Aktiv-Matrix Anzeigetechnologie, im Gegensatz zum Passivmatrix-Ansatz, der bei TN-, STN- und FSTN-Displays zum Einsatz kommt.
Anzeigeeigenschaften: Hohe Auflösung, hohe Helligkeit und Vollfarbdruck.
Vorteile:
- Hohe Auflösung mit scharfen, detailreichen Bildern
- Schnelle Reaktionszeit – geeignet für dynamische Inhalte und Videos
- Große Auswahl an Größen und Auflösungen verfügbar
- Kann Touch-Funktionalität integrieren
Benachteiligungen:
- Höhere Kosten als bei Schwarz-Weiß-Technologien
- Höherer Stromverbrauch als bei monochromen LCDs
- Engere Betrachtungswinkel und weniger gleichmäßige Farbwiedergabe als bei IPS-Panels
Typische Anwendungsbereiche: Smartphones, Fernseher, Monitore, Displays für Kraftfahrzeuge und industrielle HMIs.
3.5 IPS (In-Plane Switching) – Der Champion in Sachen großer Betrachtungswinkel
Technologieübersicht: Die IPS-Technologie wurde entwickelt, um die bildtechnischen Einschränkungen früherer TFT-LCDs zu beheben. Obwohl sie auf derselben TFT-Grundlage aufbaut, liegt der wesentliche Unterschied darin, wie die Flüssigkristalle ausgerichtet sind und sich bewegen. Bei herkömmlichen TFT-Panels neigen sich die Flüssigkristalle bei Anlegen einer Spannung vertikal, was bei größeren Betrachtungswinkeln zu einer ungleichmäßigen Lichtdurchlässigkeit führt. Bei IPS-Panels hingegen horizontal parallel zur Anzeigefläche drehen, wodurch ein gleichmäßigerer Lichtfluss ermöglicht wird.
Anzeigeeigenschaften: Naturgetreue Farben, extrem große Betrachtungswinkel und eine gleichmäßige Farbwiedergabe über den gesamten Bildschirm.
Betrachtungswinkel: Bis zu 85 Grad in alle vier Richtungen (von unten, oben, rechts und links) – praktisch ein vollständiger Betrachtungswinkel.
Vorteile:
- Hervorragende Betrachtungswinkel—erhält Helligkeit und Klarheit über einen weiten Betrachtungswinkelbereich hinweg
- Hervorragende Farbgenauigkeit—konstante Farben mit minimaler Abweichung, selbst an den Rändern
- Einheitliches visuelles Erlebnis bei gemeinsam genutzten Bildschirmen oder der Nutzung durch mehrere Benutzer
- Breiter Betriebstemperaturbereich
Benachteiligungen:
- Höhere Kosten als bei herkömmlichen TFT-Displays
- Möglicherweise ist eine höhere Hintergrundbeleuchtungsintensität erforderlich, um die gewünschten Helligkeitswerte zu erreichen, was sich auf den Stromverbrauch bei tragbaren Geräten auswirkt.
- In einigen Konfigurationen etwas langsamere Pixelübergänge als bei herkömmlichen TFTs
Typische Anwendungsbereiche: Industrielle Steuerungsgeräte, medizinische Geräte, HMI-Bedienfelder, Smart-Home-Systeme, Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Infotainment-Systeme für Kraftfahrzeuge.
3.6 VA (Vertical Alignment) – Der Spezialist für hohen Kontrast
Technologieübersicht: In VA-Panels sind die Flüssigkristallmoleküle senkrecht (vertikal) zu den Glassubstraten ausgerichtet, wenn keine Spannung angelegt wird. Wird Spannung angelegt, neigen sich die Moleküle, sodass Licht hindurchtreten kann.
Anzeigeeigenschaften: Tiefschwarze Hintergründe mit extrem hohen Kontrastverhältnissen.
Kontrastverhältnis: 1500:1 bis 2500:1.
Betrachtungswinkel: Etwa 70 Grad in alle vier Richtungen.
Vorteile:
- Höchstes Kontrastverhältnis unter den LCD-Technologien – überragende Schwarzwerte
- Bessere Blickwinkel als bei TN-Panels
- Gute Bildqualität bei extremen Temperaturen
Typische Anwendungsbereiche: Hochwertige Anzeigegeräte sowie industrielle und medizinische Geräte, die einen hohen Kontrast erfordern.
4. Vergleich verschiedener LCD-Modultypen: Die Vorteile auf einen Blick
| Typ | Kosten | Betrachtungswinkel | Kontrast | Reaktionsgeschwindigkeit | Farbe | Beste Bewerbung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| TN | Niedrigste | Schlecht (30–50°) | Niedrig | Schnell | Monochrom | Preisgünstige Konsumgüter |
| STN | Niedrig | Gut (~150°) | Mittel | Mittel | Monochrom | Industriemessgeräte, POS |
| FSTN | Mittel | Gut | Hoch | Mittel | Monochrom (reines Schwarz-Weiß) | Hochwertige Instrumente |
| TFT | Hoch | Gut | Hoch | Schnell | Vollfarbe | Smartphones, Fernseher, Monitore |
| IPS | Hoch | Ausgezeichnet (178°) | Hoch | Schnell | Vollfarbig (präzise) | Medizin, Automobilindustrie, HMI |
| VA | Hoch | Gut | Höchste | Schnell | Vollfarbe | High-End-Displays |
5. Klassifizierung nach Verpackungstechnologie: COB, COG und COF
Die Art und Weise, wie Treiber-ICs verpackt und mit dem LCD-Panel verbunden werden, hat erheblichen Einfluss auf die Größe, die Kosten und die Zuverlässigkeit des Moduls.
COB (Chip On Board)
Der IC-Chip wird direkt auf die Leiterplatte geklebt.
Vorteile: Hohe Zuverlässigkeit, ausgereifte Technologie.
Benachteiligungen: Größere Grundfläche, höhere Kosten, schränken die Miniaturisierung ein.
COG (Chip On Glass)
Der IC-Chip wird direkt auf das Glassubstrat des LCD-Panels aufgeklebt.
Vorteile: Kompakte Bauweise, hoher Integrationsgrad, geringeres Gewicht und geringeres Volumen.
Benachteiligungen: Ein komplexerer Fertigungsprozess.
COF (Chip On Film)
Der IC-Chip wird auf ein flexibles Folienförderband geklebt, das anschließend mit den externen Anschlüssen des LCD-Bildschirms verbunden wird.
Vorteile: Ultrakompakt, flexibel, hochintegriert.
Typische Anwendungsbereiche: Kleine Anzeigesysteme und Geräte mit begrenztem Platzangebot.
Anmerkung: COG und COF haben sich aufgrund ihrer Vorteile bei der Miniaturisierung zu gängigen Technologien entwickelt.
6. Gängige Schnittstellentypen für LCD-Module
Die Schnittstelle zwischen dem Host-Controller (MCU/SoC) und dem Display bestimmt, wie Bilddaten übertragen werden. Die Wahl einer ungeeigneten Schnittstelle kann zu unzureichenden Bildwiederholraten, instabilen Signalen oder Schwierigkeiten bei der Treiberentwicklung führen.
| Schnittstelle | Getriebe | Typische Auflösung | Vorteile | Benachteiligungen | Anwendungen |
|---|---|---|---|---|---|
| SPI / I2C | Serielle Schnittstelle mit niedriger Übertragungsrate | ≤ 320×480 | Sehr wenige Pins, geringe Kosten, einfache Handhabung | Niedrige Geschwindigkeit, ungeeignet für Animationen | Smart Home, Wearables |
| MCU (8080/6800) | Parallel | Klein bis mittel | Einfache Bedienung, gute Kompatibilität | Viele Pins, begrenzte Bandbreite | IoT-Geräte, eingebettete Systeme |
| RGB (TTL) | Parallel mit hoher Geschwindigkeit | Mittel bis hoch | Hohe Geschwindigkeit, extrem geringe Latenz | Viele Pins, kurze Distanz | Industrielle HMI, Videogeräte |
| LVDS | Differenzielle Serielle | Mittel bis groß | Hohe Störfestigkeit, große Reichweite | Erfordert einen speziellen Treiber | Industrie, Medizin, Automobilindustrie |
| MIPI DSI | Differenzielle Serielle | Klein bis mittel | Wenige Pins, geringer Stromverbrauch, hohe Bandbreite | Komplexes Protokoll | Smartphones, Tablets |
| eDP | Ultrahochgeschwindigkeits-Differential | Mittel bis groß | Extrem hohe Bandbreite, geringe elektromagnetische Störungen | Hohe Kosten | High-End-Laptops, Monitore |
7. So wählen Sie das richtige LCD-Modul aus – Ein Leitfaden zur Auswahl
Die Auswahl des optimalen LCD-Moduls erfordert eine systematische Bewertung verschiedener Faktoren:
Schritt 1: Anforderungen an die Anzeigeinhalte ermitteln
- Nur Zahlen und Symbole? → Segment-LCD
- Benötigen Sie alphanumerischen Text? → Zeichen-LCD
- Benötigen Sie Grafiken, Bilder oder Videos? → Grafik-Punktmatrix / TFT
Schritt 2: Farbanforderungen festlegen
- Reicht Schwarz-Weiß aus? → TN / STN / FSTN
- Ist Vollfarbdruck unverzichtbar? → TFT / IPS / VA
Schritt 3: Ermittlung der Anforderungen an den Betrachtungswinkel
- Einzelbenutzer, Frontalansicht? → TN könnte ausreichen
- Mehrere Benutzer oder Weitwinkelansicht? → IPS oder VA
Schritt 4: Berücksichtigen Sie die Betriebsumgebung
- Verwendung in Innenräumen → Standardhelligkeit (200–500 Nits)
- Verwendung im Freien → Displays mit hoher Helligkeit (1500–2500 nits) oder transflektive Displays
- Extreme Temperaturen → Produkte in Industriequalität für einen breiten Temperaturbereich (-30 °C bis +60 °C)
Schritt 5: Budgetbeschränkungen festlegen
- Kostenbewusste Projekte → TN / STN
- Qualitätsorientierte Projekte → TFT / IPS
Schritt 6: Schnittstelle an den Host-Controller anpassen
Wählen Sie je nach den Fähigkeiten Ihrer MCU/Ihres SoC zwischen MCU-, RGB-, SPI-, LVDS- oder MIPI-Schnittstellen.
Schritt 7: Überwachung der wichtigsten Leistungsparameter
- Helligkeit
- Kontrastverhältnis
- Reaktionszeit
- Betrachtungswinkel
- Stromverbrauch
8. LCD vs. OLED – Ein vergleichender Überblick
Während OLED (Organic Light-Emitting Diode) -Displays haben in Premium-Geräten für Endverbraucher an Beliebtheit gewonnen, doch in vielen Bereichen dominieren nach wie vor LCDs.
Vorteile von OLED
- Selbstleuchtende Pixel – keine Hintergrundbeleuchtung erforderlich
- Größere Betrachtungswinkel
- Geringerer Stromverbrauch (insbesondere im Dunkelmodus)
- Hervorragende Farbwiedergabe
- Flexible Formfaktoren möglich
Vorteile von LCD-Displays
- Höhere Haltbarkeit—keine Einbrenngefahr
- Längere Betriebsdauer—OLED-Displays haben im Vergleich zu LCD-Displays in der Regel eine kürzere Lebensdauer.
- Gleichstromdimmung—geringeres Risiko von Bildschirmflackern
- Niedrigere Kosten—LCDs sind in der Regel kostengünstiger
- Bewährte Technologie mit bewährter Zuverlässigkeit bei einer breiten Produktpalette
- Durchgängige Transparenz in Kombination mit einer Hintergrundbeleuchtung
Fazit: Beide Technologien haben ihre Berechtigung. LCD ist nach wie vor die bevorzugte Wahl für industrielle, medizinische und automobile Anwendungen sowie für Anwendungen mit langer Lebensdauer, bei denen Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen.
9. Technologische Trends bei LCD-Modulen
Die LCD-Modulbranche entwickelt sich weiter, wobei sich mehrere wichtige Trends abzeichnen:
- Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung – Verbessert Kontrast, Helligkeit und Farbwiedergabe durch den Einsatz von Tausenden winziger LEDs als Hintergrundbeleuchtung
- Höhere Auflösung – 4K- und 8K-Displays werden in allen Größen immer häufiger eingesetzt
- Geringerer Stromverbrauch – Kontinuierliche Effizienzsteigerungen bei tragbaren und batteriebetriebenen Geräten
- Verbesserungen in Industriequalität – Großer Temperaturbereich, hohe Helligkeit und verbesserte Zuverlässigkeit für anspruchsvolle Umgebungen
- Marktwachstum – Der weltweite Markt für LCD-Module wächst weiter, angetrieben durch Displays für die Automobilindustrie (die voraussichtlich $5,68 Milliarden im Jahr 2025) sowie industrielle Steuerungsanwendungen (prognostiziert auf $3,45 Milliarden im Jahr 2025)
China ist nach wie vor der größte Hersteller von LCD-Modulen und hält einen weltweiten Produktionsanteil von über 64%. Zu den wichtigsten Akteuren zählen BOE, TCL China Star Optoelectronics Technology, Innolux Corporation, Tianma Microelectronics und JDI.
Schlussfolgerung
LCD-Module gibt es in einer beeindruckenden Vielfalt an Ausführungen, von denen jede ihre eigenen, auf bestimmte Anwendungsbereiche zugeschnittenen Vorteile bietet. Von den äußerst kostengünstigen TN-Displays, wie sie in Taschenrechnern zu finden sind, bis hin zu den leistungsstarken IPS-Panels, die in medizinischen Monitoren und Armaturenbrettern von Kraftfahrzeugen zum Einsatz kommen – für praktisch jeden Anwendungsfall gibt es ein passendes LCD-Modul.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- TN – Niedrigste Kosten, schnelle Reaktionszeit, enger Betrachtungswinkel → Konsumgüter
- STN – Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis → Industrieinstrumente
- FSTN – Monochrom mit höchstem Kontrast → High-End-Geräte
- TFT – Vollfarbig, hochauflösend → Smartphones, Fernseher, HMIs
- IPS – Optimale Betrachtungswinkel und Farbgenauigkeit → Medizin, Automobilindustrie, gemeinsam genutzte Displays
- VA – Höchster Kontrast → Premium-Displays
Bei der Auswahl eines LCD-Moduls sollten Sie Ihre Anforderungen an das Display, die Betriebsumgebung, das Budget und die Schnittstellenkompatibilität sorgfältig abwägen. Indem Sie die richtige Technologie auf Ihre spezifische Anwendung abstimmen, können Sie optimale Leistung, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz erzielen.
Dieser Leitfaden wurde zuletzt im Jahr 2026 aktualisiert. Die aktuellsten technischen Daten und Produktangebote erfahren Sie bei den Herstellern von LCD-Modulen oder bei autorisierten Händlern.
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